
Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL)
Oktober 2024 bis Mai 2025
Belastbare und transparente Bewertung des technischen Zustands von Fahrzeugen und Werkstätten eines Eisenbahnverkehrsunternehmens im Rahmen einer technischen Due Diligence. Dabei sollen technische Risiken identifiziert und bewertet sowie die daraus resultierenden zukünftigen Aufwände als fundierte Entscheidungsgrundlage für den Auftraggeber abgeleitet werden.
Der Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) organisierte und finanzierte den Schienenpersonennahverkehr (SPNV) im Verkehrsraum Westfalen-Lippe. In dieser Funktion stellte der NWL die Verkehrsleistungen sicher und nahm eine zentrale Rolle bei der Weiterentwicklung eines leistungsfähigen und verlässlichen Nahverkehrsangebots ein. Vor dem Hintergrund wirtschaftlicher und struktureller Herausforderungen bei einem Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) übernahm der NWL im Jahr 2025 die Rolle eines Interimsgesellschafters, um den Betrieb kurzfristig zu stabilisieren und langfristig zu sichern.
Im Vorfeld dieser Entscheidung wurde ein umfassendes Due-Diligence-Verfahren durchgeführt, in dem wirtschaftliche, juristische und technische Aspekte bewertet wurden. Die Stellschrauber übernahmen dabei den technischen Teil und führten eine fundierte Bewertung der Fahrzeugflotte sowie der Werkstätten und Liegenschaften des EVU durch. Ziel war es, eine belastbare und transparente Grundlage für die Bewertung technischer Risiken sowie der zukünftig zu erwartenden Aufwände zu schaffen. Die technische Due Diligence war durch das Zusammenspiel unterschiedlicher Analyseformate sowie durch eine enge Verzahnung von praktischer Begutachtung und modellgestützter Bewertung gekennzeichnet. Im Fokus stand die Ableitung einer Differenz zwischen dem technischen IST-Zustand und dem technisch erforderlichen SOLL-Zustand der Fahrzeuge und Werkstätten bis zum jeweiligen Vertragsende. Darüber hinaus wurden potenzielle Risiken identifiziert, bewertet und monetarisiert. Hierzu entwickelten die Stellschrauber ein evidenzbasiertes Bewertungs- und Prognosemodell, welches sowohl technische als auch kaufmännische Einflussfaktoren integrierte. Die Analyse umfasste eine stichprobenartige Begutachtung von 99 Fahrzeugen unterschiedlicher Baureihen sowie die Begehung der Werkstattstandorte. Ergänzend wurden die Instandhaltungsstrategien, die ECM-Organisation sowie relevante Risikofelder detailliert untersucht.
Auf dieser Basis wurden die zentralen Untersuchungsschwerpunkte definiert und in aufeinander aufbauende Arbeitspakete strukturiert. Die wesentlichen Hauptaufgaben der Stellschrauber in diesem Projekt waren:
Schwerpunkt Fahrzeuge
Schwerpunkt Werkstätten und Liegenschaften
Schwerpunkt Prognose und Bewertung
Zusammenführung und Entscheidungsgrundlage
Der Abschlussbericht wurde am 02.05.2025 vorgelegt und bildete eine wesentliche Grundlage für die Entscheidung des NWL zur Übernahme des EVU als Interimsgesellschafter. Durch die strukturierte und nachvollziehbare Bewertung der technischen Ausgangssituation sowie der zukünftigen Risiken und Aufwände leisteten die Stellschrauber einen entscheidenden Beitrag zur Absicherung dieser richtungsweisenden Entscheidung. Mit diesem Projekt unterstrichen die Stellschrauber ihre Expertise in der Bewertung komplexer technischer Systeme im Eisenbahnsektor sowie ihre Fähigkeit, auch unter engen zeitlichen Rahmenbedingungen belastbare Entscheidungsgrundlagen für öffentliche Auftraggeber zu schaffen.